Unternehmensnachfolge

Die Verträge sind unterschrieben. Das Unternehmen ist übernommen. Und nun?

Eine Unternehmensübernahme endet nicht mit dem Notartermin. In vielerlei Hinsicht beginnt sie dort erst.

Plötzlich trägt ein anderer Mensch die Verantwortung. Für ein Unternehmen, das bereits eine Geschichte hat. Für Mitarbeitende, die ihren bisherigen Eigentümer und seine Art zu führen kennen. Für Kunden und Geschäftspartner, die wissen wollen, was bleibt. Und für eine Organisation mit gewachsenen Strukturen, Routinen und einer eigenen Kultur.

Gleichzeitig hat auch der neue Unternehmer Vorstellungen davon, wohin sich das Unternehmen entwickeln soll.

Damit beginnt eine der anspruchsvollsten Phasen einer Unternehmensnachfolge: aus dem Übernehmer wird ein Unternehmer.


Die Transaktion ist nur der Anfang

Vor einer Unternehmensübernahme stehen zwangsläufig wirtschaftliche, steuerliche, rechtliche und finanzielle Fragen im Mittelpunkt.

Was ist das Unternehmen wert?
Wie wird die Übernahme finanziert?
Wie sieht der Kaufvertrag aus?
Welche Risiken bestehen?

Dafür gibt es Spezialisten. Das ist nicht unser Geschäft.

Doch mit der Unterschrift verändern sich die Fragen und dann kommen wir ins Spiel:

Jetzt geht es darum, ein bestehendes Unternehmen tatsächlich zu übernehmen:

Wie verschaffe ich mir ein realistisches Bild vom Unternehmen? Wem kann ich vertrauen? Wie gewinne ich selbst Vertrauen? Wie schnell sollte ich Entscheidungen treffen? Was sollte ich zunächst beobachten? Welche Erwartungen haben Mitarbeitende an mich? Wie gehe ich mit Schlüsselpersonen um? Welche Rolle spielt der bisherige Eigentümer noch? Was sollte unbedingt erhalten bleiben – und was muss sich verändern?

Und schließlich:

Wie entwickle ich meine eigene Rolle als Unternehmer?


Vom Übernehmer zum Unternehmer

Eine Unternehmensübernahme ist deshalb für mich vor allem eines: ein besonderer Veränderungsprozess.

Allerdings mit einer ungewöhnlichen Ausgangssituation.

Der neue Eigentümer kommt in ein funktionierendes soziales System. Menschen, Strukturen, Machtverhältnisse, informelle Netzwerke, Geschichten und eine Unternehmenskultur existieren bereits.

Er übernimmt eben nicht nur Maschinen, Gebäude, Verträge, Kundenbeziehungen und Bilanzen.

Er übernimmt eine Organisation.

Und diese Organisation muss zunächst verstanden werden, bevor sie sinnvoll verändert werden kann.

Genau hier treffen Unternehmensnachfolge, Leadership und Change aufeinander.


Erst verstehen. Dann verändern.

Gerade zu Beginn einer Übernahme entsteht leicht Handlungsdruck.

Der neue Eigentümer möchte zeigen, dass er gestalten kann. Vielleicht wurden bereits vor dem Kauf Schwächen erkannt. Ideen für die Zukunft gibt es ohnehin.

Doch nicht alles, was aus Sicht des Übernehmers unverständlich oder ineffizient erscheint, ist tatsächlich unsinnig.

Manches hat eine Geschichte.
Manches erfüllt eine Funktion, die von außen nicht sichtbar war.
Und manches gehört tatsächlich verändert.

Die entscheidende Führungsaufgabe besteht darin, diese Unterschiede zu erkennen.

Deshalb sollte die erste Phase nach einer Übernahme nicht durch möglichst viele Veränderungen geprägt sein, sondern durch systematisches Verstehen:

Was sollte ich BEIBEHALTEN?
Was sollte ich VERÄNDERN?
Was sollte ich STOPPEN?
Und was ist zunächst noch OFFEN?

Erst daraus entsteht eine belastbare Agenda für die weitere Entwicklung des Unternehmens.


Die ersten 100 Tage sind wichtig. Die Zeit danach aber auch.

Die viel zitierten ersten 100 Tage können Orientierung geben. Unternehmensnachfolge lässt sich jedoch nicht auf einen 100-Tage-Plan reduzieren.

Denn Vertrauen entsteht nicht nach Kalender.

Auch Unternehmenskultur verändert sich nicht innerhalb eines Quartals. Rollen müssen sich finden, Beziehungen entwickeln sich, Entscheidungen entfalten Wirkungen und aus ersten Beobachtungen entsteht allmählich ein eigenes Bild des Unternehmens.

Der eigentliche Übergang dauert deshalb länger:

Vom Eigentümerwechsel zur unternehmerischen Übernahme.

Dabei geht es um mehrere miteinander verbundene Aufgaben:

  • Orientierung gewinnen: Unternehmen, Menschen, Kultur und informelle Strukturen verstehen.
  • Vertrauen aufbauen: zuhören, Beziehungen entwickeln und Verlässlichkeit zeigen.
  • Führung übernehmen: die eigene Rolle finden und Orientierung geben.
  • Bewahren und verändern: erkennen, was das Unternehmen erfolgreich gemacht hat und wo Entwicklung notwendig ist.
  • Organisation entwickeln: Strategie, Führung, Zusammenarbeit und Kultur zusammen denken.
  • Unternehmer werden: aus der Rolle des Käufers herauswachsen und eine eigene unternehmerische Identität entwickeln.

Bewahren oder verändern?

Vielleicht ist das eine der schwierigsten Fragen überhaupt.

Wer ein erfolgreiches Unternehmen übernimmt, übernimmt immer auch etwas, das andere geschaffen haben.

Darin liegt eine besondere Verantwortung.

Es wäre fahrlässig, das Bestehende allein deshalb infrage zu stellen, weil nun ein neuer Eigentümer da ist.

Genauso problematisch wäre es aber, aus Respekt vor dem Lebenswerk des Vorgängers notwendige Veränderungen zu vermeiden.

Gute Nachfolge bedeutet deshalb weder Bewahren noch Verändern. Sie bedeutet zu verstehen, was bewahrt werden sollte und zu erkennen, was verändert werden muss.

Das gilt für eine familieninterne Nachfolge genauso wie für einen Management-Buy-out oder die Übernahme durch einen externen Unternehmer.


Meine Rolle als Advisor

Seit inzwischen 16 Jahren begleite ich Unternehmen und Menschen in Veränderungsprozessen.

Dabei beschäftige ich mich insbesondere mit Führung, Unternehmenskultur, Kommunikation und der Frage, wie Veränderung in Organisationen tatsächlich funktioniert.

Genau diese Perspektive bringe ich in Unternehmensübernahmen ein.

Ich ersetze weder M&A-Beratung noch Steuerberatung, Rechtsberatung oder Unternehmensbewertung.

Meine Arbeit beginnt dort, wo deren Instrumentarium an Grenzen stößt: bei Menschen, Führung, Organisation und Veränderung.

Ich begleite Übernehmer dabei, das Unternehmen zu verstehen, ihre eigene Rolle zu entwickeln, Vertrauen aufzubauen und aus ihren Erkenntnissen eine tragfähige Entwicklungsagenda für das Unternehmen entstehen zu lassen.

Nicht als jemand, der von außen erklärt, wie das Unternehmen künftig funktionieren soll.

Sondern als Advisor und Sparringspartner des neuen Unternehmers.


Unternehmen übernehmen – Vom Übernehmer zum Unternehmer

Mit dieser besonderen Phase der Unternehmensnachfolge beschäftige ich mich derzeit auch intensiv in meinem neuen Buch. Dabei verbinde ich wissenschaftliche Erkenntnisse mit meinen Erfahrungen aus 16 Jahren Beratung und den Erfahrungen von Menschen, die selbst Unternehmen übernommen haben.

Diese Perspektive steht auch im Mittelpunkt meines neuen Buches an dem ich gerade arbeite:

„Unternehmen übernehmen – Vom Übernehmer zum Unternehmer“

verbinde ich wissenschaftliche Erkenntnisse mit meinen Erfahrungen aus 16 Jahren Beratung und mit den Erfahrungen von Menschen, die selbst Unternehmen übernommen haben.

Mich interessiert dabei besonders:

Was passiert nach der Unterschrift?

Was haben Übernehmer richtig gemacht? Wo haben sie Fehler gemacht? Was hat sie überrascht? Wie haben sie Vertrauen gewonnen? Wann haben sie begonnen zu verändern? Und was würden sie mit ihrem heutigen Wissen anders machen?

Daraus soll kein weiteres Buch über die technische Abwicklung einer Unternehmensnachfolge entstehen.

Es soll ein Buch über das Übernehmen werden.

Und über den Weg, der damit beginnt:

Vom Übernehmer zum Unternehmer.

Sie haben ein Unternehmen übernommen oder stehen kurz davor?
Wenn Sie einen erfahrenen Sparringspartner für die Zeit nach der Übernahme suchen, freue ich mich auf ein Gespräch.

👉🏻 Interesse? Über eine E-Mail von Ihnen freue ich mich. Gerne rufe ich Sie zeitnah zurück: Kontaktaufnahme via E-Mail